Die 'Wolli' ist zurück!

"Woolworth“ hält Wort – und kehrt nach Ahlen zurück. Der Name des Non-Food-Anbieters war zuletzt der noch unbekannte Dritte, der neben der Drogeriemarktkette „dm“ und dem „Edeka Kempermarkt“ die 5000 Quadratmeter „Marktkauf“-Fläche bespielen wird.

Große Pläne für den Kerkmann-Platz: Jörg Hakenesch (WFG), Michael Lohmann (Architekt), Hans-Georg Bruns (Entwickler), Andreas Mentz (Baudezernent) und Eigentümer Anton Neuhaus. Foto: Ulrich Gösmann Weitere Kleinmieter kommen auf einer architektonisch reizvoll gestalteten Ladengasse hinzu. Eigentümer Anton Neuhaus lüftete am Mittwochnachmittag letzte Geheimnisse, nannte Mieter und Konzept, korrigierte aber auch einen großen Namen, der ab sofort über dem Zehn-Millionen-Invest steht: Kerkmann-Platz statt Kerkmann-Karree. „Wir haben neu gedacht. Karrees gibt es viele. Wir haben in der Zwischenzeit sieben, acht Schreibweisen gefunden. Bevor es da weitere Probleme mit gibt, nehmen wir den Platz. Den kennt jeder.“

Die Ladengasse. Die Decke ein Blickfang. Foto: Lohmann ArchitektenDer Edeka Kempermarkt wird auf 2800 Quadratmetern Ladenfläche Hauptmieter sein, 16 000 Artikel mit starker regionaler Ausrichtung im Ambiente innovativer Hofläden bereithalten und etwa 65 der insgesamt 120 neuen Mitarbeiter im Erdgeschoss beschäftigen. Nachbarn sind dm und das Aktionskaufhaus Woolworth -von den Ahlenern liebevoll Wolli genannt- das sich nach langer Abstinenz in Ahlen zurückmeldet. Hinzu kommen die Bäckerei Hosselmann, Lotto und Tabak Thiele und Bussmanns Apotheken mit einer vierten Niederlassung.

Das Eingangsportal. Davor Sitzmöglichkeiten. Foto: Lohmann ArchitektenDas medizinische Angebot wird im zweiten Geschoss ergänzt. Bisher konkret: die Praxis für Allgemeinmedizin, Gastroenterologie, Pneumologie, Allergologie und Schlafmedizin, Waltert-Esselmann. „Alle Namen“, scherzte Anton Neuhaus, „sind auch mir noch nicht bekannt.“ Der Investor zeigte sich überzeugt, mit dem neuen Konzept ein langfristiges und tragfähiges gefunden zu haben, das für die Innenstadt eine gute Lösung darstelle und Antworten auf den wachsenden Online-Handel liefere. Wurde zu Marktkauf-Zeiten alles aus einer Hand angeboten, sei jetzt in jedem Bereich ein Spezialist vertreten. Zur Eröffnung im Herbst stünden 420 Parkplätze zur Verfügung. 370 im Haus, weitere 50 ebenerdig gleich gegenüber, wo die Hundhausen-Brache eine weitere Neuentwicklung erfährt und ein Jahr später an den Start gehen soll. Doch dazu noch keine Details.


"Die nächsten Weihnachtsmänner können Sie hier kaufen"

Anton Neuhaus


Auf ein Eröffnungsdatum für den Kerkmann-Platz wollte sich Anton Neuhaus noch nicht festlegen. Nur soviel: „Die nächsten Weihnachtsmänner können Sie hier kaufen.“

Noch sieht es drinnen so aus. Foto: Ulrich GösmannArchitekt Michael Lohmann sprach von einem Leuchtturm- und Mammutprojekt. Hier entstehe ein neuer Raum, der sich als Platz definiere. „Ein schöner relaxter Stadteingang.“ Die Ladengasse habe den Charakter eines Shopping-Centers. Von der Licht- bis zur Bodengestaltung werde Atmosphäre geschaffen. Was schon jetzt auf den Plänen zu sehen sei, finde sich hinterher 1:1 wieder. Lohmann mit Blick auf die futuristisch anmutenden Animationsdarstellungen: „Hier entsteht keine Decke, die einfach mal dran runtergeknallt wird. Das ist der neue Spirit.“ Einkauf werde hier als Erlebnis fühlbar.


"Ein tolles Stück Ahlen"
Stadtbaurat Andreas Menz

Stadtbaurat Andreas Mentz attestierte Mietern und Konzept einen marktabrundenden Mix. Blick nach draußen: „Man kann sich fast nicht mehr erinnern, wie es hier vor eineinhalb Jahren ausgesehen hat.“ Der langgestreckte Kreisverkehr, der witterungsbedingt nun erst nach den Sommerferien fertig sei, zeige schon die Bushaltestelle. „Der ÖPNV wird hier direkt vor der neuen Nutzung halten.“ Offen bekannte sich der Baudezernent zu seiner Begeisterung für die Nachnutzung des Hundhausen-Areals: „Ich finde es absolut klasse, mit der Bestandssubstanz weiterzumachen. Wenn sich das bis zum Schornstein fortsetzt, ist das ein ganz besonderes Signal. Ein tolles Stück Ahlen.“
 
Anton Neuhaus ließ durchklingen, den Schlot weiter mit im Programm zu haben. Sicher sei, dass die Außenmauer stehen bleibe, auch wenn das Abbruchunternehmen auf einigen Metern schneller gewesen sei. „Diese Mauer ist das älteste Bauwerk, das von den ursprünglichen Kerkmann-Werken erhalten geblieben ist.“
 
 
logo ahlener zeitungAhlener Zeitung, Bericht: Ulrich Gösmann
 
Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen